Jörn Wilden, Geschäftsführer der WildenData GmbH, verlässt wie immer als Letzter das Büro, schließt sorgfältig ab und fährt aus München heraus zu seiner Wohnung nach Starnberg.
Er ist gut gelaunt und muss lachen, wenn er über den Tag nachdenkt. Seinen Mitarbeitern ist in der letzten Woche endlich der große Durchbruch in der Konstruktion eines speziellen 3D-Monitors gelungen.
Seltsamerweise rief heute John Scott, Chef der Silvercon Ltd. aus Frisco an, um ihm eine Übernahme der Firma anzubieten. Welch ein Zufall!? Er, Jörn, hatte John jedoch ausgelacht und das Angebot abgelehnt. Zufrieden biegt er in die Einfahrt seines Seegrundstücks.
Etwa zur gleichen Zeit setzt sich Hassan Ötzkül in die Straßenbahn, um seine Arbeitsstelle bei der Reinigungsfirma STEILER GmbH zu erreichen. Auch er muss lächeln. In der letzten Woche bot ihm doch ein verrückter Amerikaner für das Auswechseln eines Telefonhörers im Geschäftsführerbüro 200,00 € an. Der Fremde sprach ihn vor der Firma WildenData an, als er, wie immer unbeaufsichtigt, dort gerade seine abendliche Reinigung durchführen wollte. Wie schnell man doch Geld verdienen kann, nur weil jemand den Telefonhörer wechseln will! Das dauerte doch nur 2 Sekunden. Ein toller Stundenlohn!! Auch er ist zufrieden.
In San Francisco sitzt ebenfalls ein zufriedener Mensch an seinem Schreibtisch. Sein Mittelsmann hat es tatsächlich geschafft, den Telefonhörer mit der eingebauten Wanze bei der deutschen Konkurrenz zu installieren. Nun kann er nicht nur die Telefongespräche der Fa. WildenData abhören, nein – er kann gleich alle Gespräche in Jörn Wildens Büro mithören. Da kann es nur noch Tage dauern, bis er hinter die Details des 3D- Monitors kommt. Er braucht die Firma gar nicht mehr zu übernehmen, denn jetzt kann er endlich dem hochnäsigen Jörn Wilden die Aufträge abjagen. Er muss lächeln.
Die vorstehende Geschichte hat sich so bei einer aufstrebenden Elektronikfirma in Bayern abgespielt. Alle Namen und Orte wurden geändert.
Tatsächlich aber brachte die um eine Übernahme bemühte amerikanische Firma den 3D – Monitor auf den Markt, bevor die deutsche WildenData GmbH ihr entwickeltes Produkt anbieten konnte!
Die so erheblich geschädigte Firma bat die DETEC-TRONIC-CONSULTING GmbH aus Duisburg um Hilfe.
Während einer Lauschabwehrprüfung wurden, durch Röntgen der Telefone und ihrer Hörer, die eingebauten elektronischen Wanzen entdeckt. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.
Leider schuf auch hier eine oft beobachtete Fahrlässigkeit bei der Beaufsichtigung von fremden Arbeits- und Reinigungskräften in sensitiven Firmenbereichen die Möglichkeit, einen Lauschangriff durch Einbau von Minispionen durchzuführen.
Während der Lauschabwehr wird auch oft festgestellt, dass Handywanzen (GSM-Wanzen) oder Tonträger auf MP3 – Basis in Konferenzräumen, in überall herumstehenden Pflanzkübeln versteckt wurden, um sie nach einer schutzbedürftigen Besprechung wieder abzuholen.
Lassen Sie sich beraten, bevor es zu spät ist!
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